Gar nicht so einfach, daheim einen Schlusseintrag zu formulieren. Die vertrauten vier Wände erzeugen in null komma nix einen gewissen Abstand, ein Gefühl der Unwirklichkeit zu dem gerade Erlebten. Sind wir wirklich in 12 Tagen von Casablanca nach Lustenau geradelt, 2776 Kilometer und 23200 Höhenmeter? Das ist in einem gewissen Sinne objektiv und unmissverständlich. Es sind Zahlen, die eine solche Tour für interessierte Menschen übersetzen, ihnen eine Idee davon geben, was es bedeutet. Aber was bedeutet es?
Für uns machen diese Radtouren außerhalb der Norm die eigene Existenz greif- und erlebbar(er). Topographie, Vegetation und Klimazonen werden Meter für Meter mit eigener Kraft durchquert. Die hohe Intensität setzt den Körper in einen permanenten Alarmzustand, ändert Wahrnehmung und Empfindsamkeit. Das eigene Dasein kumuliert und wird in ein neues Verhältnis zu der Erde, auf der wir leben gerückt. 3,5 Stunden Hinflug, 12 Tage Radreise retour. Natürlich wäre das Verhältnis ein noch extremeres, ginge man zu Fuß oder gäbe es keine Straßen, oder ...
Sofern es also einen gewissen Rahmen an Realität, an Umwelt und Mitmenschen gibt und wir und unser Leben nicht nur ein Produkt unserer eigenen Hirngespinste sind, ist eine Tour wie diese eine reale "Lebensintensivierungs-Maßnahme", die man nur unter gewissen Voraussetzungen umsetzen kann. Da braucht's zum Beispiel einen gewissen Wohlstand, frei von existenziellen Bedrohungen, der erst den Nährboden für Ideen dieser Art bildet, keine groben Sorgen, die die Psyche binden, eine robuste Gesundheit, eine anständige Form und einen Gleichgesinnten, für den die Welt ähnlich tickt.
All das hat wieder gepasst und schließlich zum Erfolg geführt. Zudem gab es ganz viele, die unsere Reise Tag für Tag mitverfolgt haben, nämlich annähernd 4000 Seitenaufrufe in den letzten zwei Wochen. Vielen Dank für euer Interesse!
Ein Wahnsinn, diese Strecke mit diesen Höhenmeter, in 12 Tagen zurückzulegen! Ihr seid einmalig, wir gratulieren euch zu dieser unglaublichen Leistung!
AntwortenLöschenCornelia und Günther
„Desperados“
AntwortenLöschenUnglaublich, ihr seid wirklich tollkühn und verwegen. Kennen niemanden, dem wir so etwas sonst noch zutrauen würden! Schön, dass ihr wieder gesund und munter gestrandet seid. Danke für die spannenden Berichte! Gerald + Susanne